Was steckt hinter LGBTQ?

13.5.2021
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LGBTQ+
M

enschen, die keine gegengeschlechtliche Anziehung verspüren, werden oft unter dem Begriff LGBTQ+ genannt. Die einzelnen Buchstaben stehen dabei für verschiedene sexuelle Orientierungen:

L und G stehen für lesbian und gay; lesbisch und schwul. In der deutschen Sprache verwenden wir den Überbegriff homosexuell. Menschen mit homosexueller Orientierung fühlen sich von Personen des gleichen Geschlechts angezogen.  

Menschen mit bisexueller Orientierung fühlen sich von Männern und Frauen angezogen. 

Menschen mit transsexueller Orientierung besitzen einen eindeutig männlichen oder weiblichen Körper, empfinden jedoch den starken Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören. Transgender ist eine Bezeichnung für Personen, die ihre Geschlechtsidentität als nicht oder nicht vollständig mit ihrem biologischen Geschlecht übereinstimmend empfinden.  

Queer bedeutet «von der Norm abweichend». Der Begriff steht für eine Bewegung, die Menschen aller sexuellen Lebensformen und Orientierungen zusammenfasst. 

Homoerotische Anziehung in der Adoleszenz

Dass manche Teenager oder Jugendliche während einer gewissen Phase eine gleichgeschlechtliche Anziehung verspüren, bedeutet nicht, dass sie grundsätzlich schwul oder lesbisch orientiert sind, sondern kann Ausdruck davon sein, dass im Rahmen der Identitätsbildung Vorbilder für das eigene Mann- oder Frau-werden gesucht werden. Bei der überwiegenden Mehrheit verändert sich homosexuelle Anziehung im Lauf der Pubertät wieder in Richtung heterosexuelle Anziehung. Je nach Studie geht man davon aus, dass sich 94 – 98% der Erwachsenen von gegengeschlechtlichen Partnern angezogen fühlen, also Männer von Frauen und Frauen von Männern. 

Transgender ist keine Spielerei  

Sich auszuprobieren ist gegenwärtig im Trend. Neben den Menschen, die einen hohen Leidensdruck erleben oder biologisch nicht eindeutig Mann oder Frau sind, gibt es zunehmend Mitläufer, die auf der Suche nach neuen Abenteuern auch mal «in ein anderes Geschlecht schlüpfen» möchten.

Doch geschlechtsverändernde Massnahmen sind keine Spielerei, sondern ernstzunehmende Eingriffe mit teilweise unwiderruflichen Folgen. 

Hinzu kommt, dass Hormongaben oder Operationen die grundsätzlich männliche oder weibliche Genetik eines Menschen nicht verändern. Manche Transmänner oder -Frauen lassen sich nach einigen Jahren nochmals operieren, weil der Geschlechtswechsel nicht das erhoffte Resultat erbracht hat.  

Eine Frage der Identität

Wir haben ein Interview mit Wilf Gasser über die Thematik Transgender geführt. Er ist Arzt und Psychiater und hat Menschen betreut, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen haben.

Wertschätzung und Respekt für alle Menschen 

Jeder Mensch besitzt die gleiche, unverlierbare Würde und weder die sexuelle Orientierung noch andere Merkmale eines Menschen geben dir das Recht, verächtlich oder abwertend zu reden oder zu handeln.

«Schwul», «Homo» oder «Lesbe» als Schimpfwörter zu verwenden, ist total daneben. Jeder Mensch hat das Recht, von dir anständig behandelt und respektiert zu werden. Toleranz bedeutet, andere Lebensformen oder -einstellungen auszuhalten und respektvoll zu bleiben, auch wenn du manches vielleicht anders siehst oder lebst.  

Vertiefungsfragen

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  1. Was ist deine Meinung zu LGBTQ?
  2. Hast du Freunde in deinem Umfeld, die sich zu der LGBTQ-Community zählen?
  3. Tauscht aus, wie ihr Leuten aus dieser community in Zukunft begegnen wollt.

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