Don't touch me!

13.5.2021
 in 
Missbrauch
W

ann geht etwas zu weit? Wage ich, etwas zu sagen? Wo sind meine Grenzen? Tatsache ist leider, dass auch innerhalb von Beziehungen oder unter Gleichaltrigen manchmal Grenzen überschritten werden. Mach keine gute Miene zum bösen Spiel, glaub nicht: «Es wird irgendwann schon besser werden, wir lieben uns ja».  

Wer dich heute nicht respektiert, wird es morgen möglicherweise noch weniger tun.  

Du bestimmst

Vielleicht denkst du auch: «Ich sage lieber nichts, sonst geht unsere Beziehung in die Brüche.» Könnte sein, ja. Doch, wenn dich jemand deswegen verlässt, ist dir möglicherweise Einiges erspart geblieben. Sprich respektloses Verhalten und Übergriffe deshalb unbedingt an. Sag deutlich «Nein » und unterstreiche dieses Nein mit einer entschlossenen Körperhaltung. Fall es dir schwerfällt, dich abzugrenzen oder zu wehren, kann es Sinn machen, gelegentlich mal einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen.  

Auf das innere Alarmsystem achten 

Jeder Mensch besitzt ein inneres Warnsystem, das ihn vor brenzligen Situationen schützt. Achte auf ungute Gefühle und reagiere sofort – bring dich in Sicherheit! Verlass Gefahrenzonen, such die Gesellschaft vertrauenswürdiger Personen und ruf, falls notwendig, deine Eltern oder die Polizei an. Überlege dir, wo du dich abends oder nachts aufhalten willst, und informiere deine Eltern oder andere Vertrauenspersonen, wo du hingehst. 

Selbstschutz bedeutet «Nein sagen können» 

Viele Menschen tun nicht, was sie selbst wollen, sondern das, was andere als cool oder mutig oder… bezeichnen. Nicht mitzumachen, kann bei starkem Gruppendruck ganz schön schwer sein, ist aber ein Zeichen von Stärke.

Du trägst ja auch die Konsequenzen – es ist dein Leben! 

Selbstschutz durch Suchtmittel-Verzicht 

Neben den gesundheitlichen Schäden, die durch Alkohol und andere Suchtmittel entstehen können, vermindern sie auch die Fähigkeit, Situationen richtig einzuschätzen. Nicht ohne Grund geschehen viele Übergriffe und Straftaten unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen. Die enthemmende Wirkung von Suchtmitteln begünstigt Grenzüberschreitungen und risikoreiches Verhalten. Wer morgens mit einem Kater im fremden Bett erwacht und keine Ahnung hat, wie er da hingekommen ist, setzt sich extrem hohen Risiken aus. 

Auf manchen Partys ist es hip, Designerdrogen auszuprobieren. Was jedoch nicht harmlos ist, weil manche davon echt gefährlich sind. Überlege dir deshalb, welche Partys du besuchen willst und achte darauf, dass dir nichts ins Getränk gemischt wird. 

Achtung Gehirnschädigung

Kiffen beeinträchtigt, insbesondere im Teenager- und Jugendalter, die Entwicklung des Gehirns. Studien belegen, dass es bei Jugendlichen, die kiffen, deutlich häufiger zum Ausbruch psychischer Erkrankungen wie Schizophrenie oder Psychosen kommt. Von Schizophrenie betroffene Menschen leiden (einfach erklärt) unter gespaltener Persönlichkeit, manche hören Stimmen oder sehen Dinge, die in der Realität nicht da sind. Menschen mit Psychosen entwickeln extreme Verhaltensweisen und leiden teilweise unter Zwangsvorstellungen. Was zahlreiche Psychiatrieaufenthalte und lebenslange Einnahme von starken Medikamenten bedeuten kann.  

Es gibt wirklich gute Gründe dafür, mit Kiffen und ähnlichem Zeugs erst gar nicht anzufangen. Falls du Probleme hast oder es dir schwerfällt, dich zu entspannen, können Gespräche, Sport, ein Termin beim Hausarzt oder auf einer Fachstelle weiterhelfen.  

Sexuelle Gewalt ist keine Banalität 

Grundsätzlich kann jeder zum Opfer werden. Neben Mädchen und Frauen erstatten immer häufiger auch Jungen oder Männer, die Opfer von Gewalt geworden sind, Anzeige. Die Folgen erlebter Gewalt können gravierend sein und Menschen langfristig belasten.

Wer Opfer von (sexueller) Belästigung oder Gewalt geworden ist, braucht in jedem Fall Hilfe.

Wende dich, falls du Übergriffe erlebt hast oder immer noch erlebst, unbedingt an eine erwachsene Vertrauensperson oder ruf bei einer Opferberatungsstelle an. Dadurch bekommst erst mal du selber Hilfe und zum anderen hilfst damit du auch anderen, die in der gleichen Situation sind. 

Null Toleranz für Demütigungen oder sexuelle Gewalt 

Sexuelle Belästigung beinhaltet

  1. sexuell entwürdigende Sprüche, Witze oder Nachrichten 
  2. bewusst sexuell aufgeladene Blicke oder Gesten 
  3. unerwünschte Körperkontakte und Berührungen 
  4. unerwünschte Anmache 
  5. Stalken, Verfolgen, Drohungen 
  6. Zeigen oder Weiterleiten von sexistischem oder pornografischem Material 
  7. Unerwünschte, sexuell gemeinte Kontaktanfragen oder Einladungen  
  8. Nötigung zu oder Erzwingen von sexuellen Beziehungen 
  9. Vergewaltigung

Vertiefungsfragen

für deinen Livegroove, deine Kleingruppe oder einfach für euch als Freunde

  1. Wurdest du schon einmal sexuell belästigt? Gab es eine Situation, in der dir jemand zu Nahe gekommen ist?
  2. Was würdest du in einer solchen Situation machen? Tauscht gemeinsam aus.
  3. Wann zählt für dich etwas als sexuelle Belästigung / Gewalt?

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